UNVERSTELLT-Session #28 Pavla
Gespräch mit Pavla nach ihrer UNVERSTELLT-Session bei mir im Studio
Warum bist du heute da und was war die Motivation, dass du dich jetzt fotografieren hast lassen?
Ich heiße Pavla, bin 54 Jahre alt und meine Motivation war: ich wollte einfach etwas Neues ausprobieren, schauen, wie weit ich gehen kann, wieder den nächsten Schritt zu mir selber zu machen, mutig zu sein und einfach aus der Komfortzone heraustreten.
Was bedeutet für dich persönlich Sichtbarkeit als Frau ab 50, hat sich das für dich verändert? Und wie siehst du das gesellschaftlich?
Ich glaub persönlich ist es sehr wichtig, wie man sich selber sieht. Wenn ich sichtbar sein möchte, gehe ich einfach aus mir raus oder trau mich mehr Sachen zu machen, und mache was dafür, dass ich sichtbar bin. Wenn ich mich verstecke, dann sieht mich ja keiner.
Gesellschaftlich hab ich so noch nie darüber nachgedacht, ich weiß nur, dass man sich vielleicht als Frau über 50 selber den Druck macht. Sprich, im Job - ich kriege keine Arbeit mehr, weil ich über 50 bin - stimmt meiner Meinung nach nicht.
Ansonsten, ich sehe persönlich jetzt keine Benachteiligung, dass ich jetzt dieses Alter habe.
Ich find schon, dass Frauen es in diesem Alter etwas schwieriger haben. Ich finde Männer, wenn sie gepflegt sind und mehr Falten haben, dann sind sie schon attraktiver. Wenn Frauen Falten bekommen, dann schaut das ein bisschen anders aus. Es ist schon ein Unterschied, finde ich zwischen Frau und Mann. Es kommt halt darauf an, was man daraus in dem Alter macht.
Ich hab früher gar nicht darüber nachgedacht. Erst jetzt, denk ich, damals hab ich keine Falten gehabt und mein Gesicht war anders und wenn ich die Fotos ansah: Ich hab das damals gar nicht geschätzt! Wenn jetzt die Falten da sind, oh ja, jetzt muss man etwas damit machen. Ich finde das Altern ist ganz was Natürliches. Es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Ich finde eine Frau über 50 kann attraktiver wirken als eine jüngere Zwanzigjährige, weil sie diese Reife, die Erfahrungen, dieses Selbstbewusstsein, wenn sie es hat, dann ist das super. Man strahlt das aus.
Jetzt haben wir ja die Fotos gemacht und jetzt würde mich interessieren, wie es dir dabei gegangen ist. Wie hast du dich gefühlt als du reingekommen bist ins Studio, wie hat sich das im Laufe des Fotografierens verändert für dich?
Ja, natürlich, das war ein Prozess auch. Natürlich war ich auch nervös, wusste nicht, was auf mich zukommt. Gleichzeitig liebe ich diese Spannung, es passiert was und ich freu mich auch drauf - so war das auch. Am Anfang war ich ein bisschen müde, musste munter werden. Aber wenn man dann in dem Prozess drin ist, beim Fotografieren, auch vor allem mit dir, hat es total Spaß gemacht. Jetzt bin ich entspannt und ich könnte noch weitermachen.
Super, danke dir!
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